Das Gedicht der Tännlegeister

Der Vater über die Heide schritt, er hat genommen sein Büblein mit,
„Siehst, Büblein, du den Tannenbaum, wie er einsam steht im öden Raum?
Es mögen jetzt vierzig Jahre sein, da ward die Tanne gepflanzt ein.
Es war ein landschwerer Krieg, bald hatte der Kaiser, bald Frankreich den Sieg.
Damals lag just in unserer Baar, ein österreichische Soldatenschar.
Drunter aber im Breisgauer Land, ein französischer Heerhaufen stand.
SoldatEin österreichischer Soldat wurde arg traktiert, von seinen Obern, hat´s nicht mehr prestiert;
Drum lief er durch Feld und Au, zu den Franzosen ins Breisgau.
Doch von seiner Liebsten, die er herzlich geliebt, die ihn der Abschied schmerzlich betrübt,
Drum hat er ihr bei Nebel und Nacht, zu Tuningen einen Besuch gemacht.
Schön war der Willkommen, doch – pfui der Taten !
Die schlechte Dirne hat ihn verraten um schlechten Lohn. Als Deserteur
ward er verurteilt nach kurzem Verhör. Die Büchse knallt. Man senkt ihn hinab
die Tanne bedeckt sein Soldaten Grab. Die Dirne sich keinen Dank erwarb,
denn bald darauf sie am Elend starb.“

Das Büblein hat sich´s zu Herzen genommen. Und darüber sind Sie ins Dorf gekommen.

(Dichter Max Schneckenburger, gest. 1849)

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